Vergiftungen beim Hund
von Dr. Roman Jandrinitsch
Aufgrund eines aktuellen Anlasses - vermehrte Vergiftungsfälle
im Bezirk Eisenstadt, konzentriert auf den Raum Oggau - erscheint es notwendig,
einiges Wissenswertes bezüglich Vergiftungen beim Hund mitzuteilen.
Bedingt durch das Fressverhalten der Hunde, die ihre Nahrung schlingend aufnehmen, sind diese sehr anfällig für Vergiftungen, da die Geschmacks- und Geruchsveränderungen des Futters aufgrund des gierigen Fressens in der Regel nicht wahrgenommen werden.
In einem Großteil der Fälle kommt es nicht durch böswillige Absicht, sondern durch Unachtsamkeit zu Vergiftungen.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht zu einem hohen Prozentsatz Rattengift (Cumarine), das durch leichtsinniges Ausbringen sehr oft auch für die Hunde verfügbar ist. Rattengift ist ein Blutgerinnungshemmer, das nach einigen Tagen zum inneren Verbluten führt. Aufgrund des Blutverlustes kommt es zum einen zu Sauerstoffmangel (erschwertes Atmen wie bei Lungenentzündung), zum anderen zu Blutungen aus allen Körperöffnungen, oft auch nur als Sickerblutungen in Harn und Kot.
Bei der Vergiftungssubstanz im Raum Eisenstadt handelte es sich ausschließlich um Schneckengifte, die in jedem Baumarkt oder Lagerhaus problemlos zu erstehen sind. Die Symptome äußern sich in Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Schweratmigkeit, tonische Krämpfe mit Zittern, Taumel bis hin zu einem epileptiformen Anfall.
Nicht zu unterschätzen sind auch Frostschutzmittel,
welche oft sorglos im Hause gelagert sind - bitte durchforsten Sie ihre
Garage!
Bereits geringe Mengen dieser Substanz sind in der Lage ein totales Nierenversagen
herbeizuführen.
Entscheidend ist nicht nur die Art der Giftsubstanz, sondern auch die Menge des aufgenommen Giftes und der Zeitfaktor von der Aufnahme bis zum Auftreten der ersten Vergiftungserscheinungen.
Wie verhalte ich mich beim Verdacht auf Vergiftung meines
Hundes?
Sollte das Tier bei der Aufnahme des Giftes beobachtet worden sein, ist
es oft hilfreich, dem Hund lauwarmes Salzwasser unter Zwang einzuflößen,
da dies im Regelfall zum sofortigen Erbrechen führt. Unbedingt notwendig
ist es, unverzüglich den nächsten Tierarzt aufzusuchen, wobei
auch Giftreste und Verpackungen mitgenommen werden sollten. Der Veterinär
wird durch gezielte Maßnahmen (Injektion von Brechmittel, Abführmittel,
Infusionstherapie usw.) den Versuch unternehmen, das Tier zu retten, obwohl
die Prognose des Öfteren nicht vielversprechend ist.