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Leptospirose – eine neue Krankheit?

Dr. Heidemarie Müller-Ringl
Fachärztin für Innere Medizin in Mattersburg

Aufgrund zweier Erkrankungsfälle an Leptospirose im Raum Pinkafeld erlaube ich mir, einige Details über diese Krankheit zu berichten.

Die Leptospirose ist eine durch Bakterien hervorgerufene Erkrankung und weltweit verbreitet, mit Schwerpunkt in den Tropen. Sie ist als Zoonose eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheit. Die wichtigsten (Über)Träger sind Ratten und Mäuse, jedoch kann die Krankheit auch durch Haustiere wie Schweine, Hunde, Katzen, Pferde, Schafe, Ziegen, Rinder, Hamster, ebenso wie über Wildtiere, weitergegeben werden.
Die Leptospiren werden vor allem über den Harn weiterverbreitet, sodass stehende Gewässer, feuchte Erde, gedüngte Felder (Fallbericht aus Vorarlberg 1997: Infektion durch Barfußlaufen über gedüngte Wiesen) „ideale“ Infektionsorte bilden. Weitere Übertragungsmedien sind auch Speichel, Milch, Fruchtwasser und andere tierische Exkrete. Die Leptospiren sind im warmen, feuchten Umfeld Monate überlebensfähig. Die Erreger können durch kleinste Einrisse und Verletzungen der Haut und Schleimhaut oder über die Bindehaut des Auges in den Körper eindringen. Besonders gefährdet sind Landwirte, Wassersportler, Fleischhauer, Tierpfleger, Angler, Hundehalter, Kanal- und Bergarbeiter.
Die Inkubationszeit der Leptospirose beträgt 8 – 14 (2 – 20) Tage. Die Erkrankung geht mit einem zweiphasigen fieberhaften Verlauf einher. In der ersten Phase dominieren hohes Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen. In der zweiten Phase kommt es zu Entzündungen von Leber, Gehirnhäuten oder Nieren. Die klinische Ausprägung einer Leptospirose reicht von asymptomatischen und milden Verlaufsformen wie grippalen Infekten bis zum tödlichen Ausgang. Der Nachweis erfolgt vornehmlich über eine Blutuntersuchung. Die Behandlung der Leptospirose wird mit Antibiotika durchgeführt.
Das Vorkommen von Leptospirose beim Wild allgemein wird als gering beziffert, im Vergleich dazu sind Hunde bis zu 14%, Katzen bis zu 18% und Schafe und Ziegen bis zu 20% von Leptospirose betroffen. Eine sinnvolle Prophylaxe dieser Erkrankung besteht im Meiden von verschmutzten Gewässern und tragen von Schutzbekleidung bei beruflicher Exposition, z.B. Handschuhe.

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