Falknerei im Burgenland
Obwohl
die Falknerei zu den ältesten Jagdarten zählt, war sie im Burgenland
bis vor einigen Jahren noch relativ unbekannt. Die in den frühen
80er Jahren im Raum Güssing und Mattersburg durchgeführten internationalen
Falknertreffen waren der erste Schritt, diesen Zustand zu ändern.
Falkner aus dem Burgenland sowie einzelne Falkner aus anderen Bundesländern,
die in diesem Zeitraum ihren Wohnsitz ins Burgenland verlegten, bildeten
den Grundstein für die heutige Präsenz der Falknerei im Burgenland.
Eine Greifvogelstation, die im Bezirk Oberpullendorf errichtet wurde,
wird voraussichtlich in den Bezirk Oberwart verlegt.
Im Jahre 2003 wurde ein Dachverband – die Zentralstelle Österreichischer Falknervereine (ZÖF) – gegründet. Bereits rund zwei Jahre vorher begann ein nicht mehr zu übersehender Strukturwandel in der österreichischen Falknerei. Aufgrund der Tatsache, dass Falkner Jäger sind und somit ihre standesgemäße Vertretung in den jeweiligen österreichischen Landesjägerschaften haben, aber auch dem Faktum, dass die meisten Gesetzesnormen für Jäger (und damit auch Falkner) landesgesetzlicher Natur sind, war der Weg zu einer bundesländerweisen vereinsmäßigen Vertretung der Falknerei vorgezeichnet. Die meisten Vereine hatten und haben vorwiegend landesweite Aktionsradien bei ihren Tätigkeiten. Diese sehr sinnvolle Beschränkung der Arbeiten auf das eigene Bundesland war einer der Hauptgründe, im August 2003 den Burgenländischen Falknerverband aus der Taufe zu heben. Diesem gehören bereits viele jagdlich aktive Falkner im Burgenland an. Durch den Beitritt des Burgenländischen Falknerverbandes im Oktober 2003 sind nunmehr 9 von insgesamt 11 österreichischen Falknervereinen in der ZÖF vertreten. Derzeit vertritt die ZÖF über ihre Mitgliedervereine über 500 Einzelmitglieder.
Um
unsere Jagdart einem breitem Publikum vorzustellen sind Veranstaltungen
vom Burgenländischen Landesjagdverband sowie anderer Jagdorganisationen
eine gute Möglichkeit. Die Falknerei ist Jagd mit abgetragenen Beizvögeln.
Daher ist jeder Falkner dankbar, bei dem einen oder anderen Revierinhaber
die Beizjagd ausüben zu können. Zum Beutespektrum in der Falknerei
zählt sowohl Niederwild als auch Raubwild und Raubzeug. Die dabei
eingesetzten Beizvögel reichen vom Sperber über Habicht, Wanderfalke
und Sakerfalke bis zum Steinadler. Ohne gut abgeführte Jagdhunde
ist die Falknerei nicht möglich. Wir Falkner sind ein Teil der Jagd
und möchten uns im Wege dieses Artikels bei allen Revierinhabern,
Pächtern und Jägern bedanken, die uns die Möglichkeit gaben
und geben, unsere Jagdart auszuüben. Ohne diese Unterstützung
wäre es ungemein schwieriger unsere Beizvögel zum Erfolg zu
bringen und diese Art der Jagd auszuüben.
Raimund Lindner
Burgenländischer Falknerverband