Wissenswertes zur Borreliose bei Hunden
Der Lyme-Borreliose-Erreger wird in Europa durch die Zeckenart Ixodes ricinus (Holzbock) übertragen. Da wir gerade im Burgenland im Frühjahr 2005 einer wahren Zeckeninvasion gegenüber gestanden sind, muss diese Erkrankung besonders beleuchtet werden.
Neben dem komplexen Lebenszyklus der Zecken (Ei - Larve - Nymphe - geschlechtsreife Zecke) der sich über vier Jahre erstrecken kann, sind auch witterungsbedingte und geografische Einflüsse für die Übertragung maßgeblich. Es muss momentan bereits von einer Durchseuchungsrate der Zecken von 30%, in manchen Gebieten von 50% ausgegangen werden.
Die Borrelien sind im Speichel der Zecken angesiedelt und werden bei der Blutmahlzeit ins Gewebe übertragen und etablieren sich dann vor allem im Nervensystem, in den Gelenken, in der Haut und im Bereich des Herzens. Dementsprechend sind auch die Symptome beim erkrankten Hund typisch: grippeähnliche Erscheinungen, Lahmheit, Herzmuskelentzündungen, Trägheit.
Interessant zu wissen ist es, dass die Übertragung der Borrelien erst 24 bis 48 Stunden nach dem Ansaugen erfolgt, daher kann eine Entfernung des Parasiten in diesem Zeitraum die Übertragung der Erkrankung verhindern.
Bei Verdacht auf eine Infektion besteht die Möglichkeit der Blutuntersuchung. Es ist aber zu beachten, dass Antikörper erst sechs bis acht Wochen nach erfolgtem Zeckenbiss nachgewiesen werden können.
Ideal wäre es, den Hund durch zeckenabtötende Mittel zu schützen; am Markt sind sehr viele taugliche Präparate vorhanden: Halsbänder, Sprays und Mittel zum Auftragen auf die Haut. Die tatsächlich wirksamen Präparate sind allesamt rezept- und apothekenpflichtig und können in keinem Drogeriemarkt erstanden werden.
Im Gegensatz zum Menschen, gibt es beim Hund seit einigen Jahren die Möglichkeit der Schutzimpfung, die im ersten Jahr zweimal im Abstand von drei bis fünf Wochen zu erfolgen hat; Auffrischung dann immer im Jahresabstand. Sowohl Welpen ab der zwölften Lebenswoche als auch trächtige Hündinnen können bedenkenlos geimpft werden.
Abschließend die Vorbeugemaßnahmen noch einmal zusammen gefasst:
Dr. Roman Jandrinitsch
Veterinärreferent des Bgld. Landesjagdverbandes