Gemeinsames Positionspapier vom 9. September 2005
„Vogelgrippe
-
ihre Bedeutung hinsichtlich
der Erhaltung von Wildvögeln
und die Rolle der Jagd“
Das Vogelgrippe-Virus (AI) ist dafür bekannt, ansteckende Todesfälle bei einheimischem Geflügel sowie bei Wildvögeln zu verursachen. Über sein Vorkommen ist aus verschiedenen Teilen der Welt berichtet worden.
Aufgrund der Tatsache, dass sich gezeigt hat, dass der hoch-pathogene Virenstamm HP-H5N1 in der Lage ist, Menschen zu infizieren und dies in verschiedenen südost-asiatischen Ländern seit 1997 bereits getan hat, wurde seit Mitte der 90er-Jahre den Ausbrüchen der AI erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Vor kurzem wurde der HP-H5N1- Stamm in Geflügel und Wildvögeln in Süd-West-Sibirien entdeckt, weit weg von den Orten, in denen er zuvor gefunden wurde (China und Süd- Ost-Asien), was auf eine bedeutende, westwärts gerichtete Bewegung des Virus hinweist.
Die Tatsache, dass Zugvogelarten, wie z. B. Enten, Gänse, Kormorane und Möwen infiziert wurden, weist auf die theoretische Möglichkeit hin, dass Zugvögel als Reservoir und - neben anderen Überträgern - als möglicher Ursprung der Verbreitung des H5N1-Virus über weite Strecke dienen.
AI kann zu einer bedeutsamen Sterblichkeit innerhalb der Wildvogelpopulationen führen (ökologischer Aspekt) und hat schwer wiegende Folgen für die kommerzielle Produktion einheimischen Geflügels (ökonomischer Aspekt).
Weiter stellt der H5N1-Stamm eine ernstzunehmende potentielle Gefahr für Menschen dar (Aspekt der öffentlichen Gesundheit). Es besteht daher die unbedingte Notwendigkeit für Beteiligte und Gruppen auf allen Ebenen die Situation zu beobachten, um die Ausdehnung festzustellen und einzuschätzen und dort, wo es notwendig ist, angebrachte Maßnahmen zur Verringerung der Ansteckungsgefahr durch AI zu treffen. Die WHO, FAO, OIE und die EU beobachten bereits genau die Situation, und andere Organisationen und Institutionen - insbesondere Wetlands International,BirdLife International, die AEWA und CMS Sekretariate sowie der CIC (unterstützt durch FACE) - nehmen an diesem Prozess teil.
Die Situation kann derzeit wie folgt zusammengefasst werden:
Die CIC Zugvogel-Kommission beteiligt sich (ebenso in Vertretung der FACE) an einer internationalen Task Force (zusammen mit Wetlands International, AEWA, CMS, RAMSAR und BirdLife International) mit der unmittelbaren Zielsetzung:
Was können Jäger und ihre Organisationen tun?
CIC und FACE werden weiterhin beobachten, wie sich die generelle AI-Situation entwickeln könnte und internationale Koordination und Bereitstellung von Ressourcen für geeignete Forschung und Überwachung sicherstellen.
Niels KANSTRUP
Präsident der CIC Zugvogel-Kommission
Yves LECOCQ
Generalsekretär der FACE