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Bleischrot versus Stahlschrot

Jetzt im Herbst bei den großen Niederwildjagden stellt sich für manchen Jäger wieder die Frage Bleischrot oder „Stahlschrot“.

Für den Jäger bedeutet die Umstellung von Bleischrot auf „Stahlschrot“ - richtigerweise Weicheisenschrot (WE) - ein großes Umdenken. Zum einen ist bei Weicheisenschrot die Wirkung auf den Wildkörper eine wesentlich andere als bei Bleischrot und zum anderen ist nicht jede Waffe „stahlschrottauglich“.

Hier ein Vergleich der unterschiedlichen Wirkung auf den Wildkörper: Blei hat ein Gewicht von 11,3 Gramm pro Kubikzentimeter - Weicheisenschrot dagegen nur 7,8 Gramm. Das bedeutet bei einem Schrotdurchmesser von 2,7 Gramm eine Reduktion des Gewichtes einer Schrotkugel von 0,116 Gramm bei Blei auf 0,081 Gramm (minus 30 %) bei Weicheisenschrot.

Leichtere Geschoße verlieren aber schneller an Fluggeschwindigkeit und somit an Energie und Eindringtiefe. Zudem ist Weicheisenschrot je nach Legierung vier- bis fünfmal härter als Bleischrot.

Wie unterschiedlich die Wirkung am Wildkörper ist, verdeutlicht ein Beschuss von ballistischer Gelatine mit 2,7 mm Schroten. Bei gleicher Geschwindigkeit und einer Schussentfernung von 30 Metern hat Blei eine Eindringtiefe von 40 mm und Weicheisenschrot nur von 22 mm. Die Wirkung von 2,7 mm Weicheisenschroten entspricht in etwa jenen von 2,1 mm Bleischroten.

Aus Fachkreisen wird daher empfohlen, Weicheisenschrote um zwei Nummern größer zu wählen, damit annähernd die gleichen zielballistischen Leistungen wie bei Bleischroten erreicht werden können. In diesem Fall 3,3 mm (Nr. 4) statt 2,7 mm (Nr. 6). Dies ist aber aus sicherheitstechnischer Sicht nicht immer möglich, da nicht alle Waffen „stahlschrottauglich“ sind.

Es gibt noch immer günstige Einsteigerflinten, vor allem aber Flinten älteren Datums, die keinen Stahlschrotbeschuss aufweisen.

Zudem gibt es auch noch Einschränkungen bezüglich der Laufverengung (Choke). Werden in Relation zu den gewählten Chokes zu große Stahlschrote verwendet, kommt es zu einer Beschädigung des Laufes und die Waffe ist unbrauchbar.

Für Flinten im Kaliber 12/70 mit normalem Beschuss gilt: Stahlschrotpatronen mit normaler Ladung und Schroten bis 3,3 mm Durchmesser dürfen geschossen werden. Im Kaliber 16/70 dürfen Stahlschrotpatronen bis max. 3 mm geschossen werden, wobei gleichzeitig die jagdlich vertretbare Schussdistanz deutlich verringert werden muss.

Im Kaliber 20/70 dürfen Stahlschrotpatronen bis max. 2,6 mm verwendet werden. Da die Wirkung auf Wild zu gering ist, kann im Kaliber 20 mit Stahlschrot nicht weidgerecht auf Wasserwild gejagt werden.

Bei Läufen in den angeführten Kalibern mit verstärktem Beschuss (1.050 bar) darf bei Verwendung von „Stahlschrot“ die maximale Laufverengung 0,5 mm Bleischrot versus „Stahlschrot“ betragen.

Dazu die maximalen zulässigen Stahlschrotgrößen: 12/70 und 12/76 max. 4 mm, 16/70 max. 3,5 mm, 20/70 und 20/76 max. 3,25 mm.

Waffen dürfen nur entsprechend ihres Beschusses (keine verstärkten Ladungen aus Flinten mit normalem Beschuss) und auch nur mit zugelassener und mit dem C.I.P-Prüfzeichen gekennzeichneter Munition verwendet werden.

ACHTUNG: Die Gellergefahr ist bei „Stahlschrot“ aufgrund der Härte wesentlich höher als bei Bleischrot. Zur Unfallvermeidung ist dies beim Schuss auf harten, gefrorenen Boden besonders zu berücksichtigen.

Bei Anschaffung von Schrotwaffen empfiehlt es sich, die Entwicklung in diesem Bereich mit zu berücksichtigen. Da nicht alle technischen Details hier behandelt werden können, wurde in Zusammenarbeit mit den burgenländischen Büchsenmachern und Waffenhändlern eine Infoaktion gestartet.

Kommen Sie mit Ihrer Flinte zu einem im Burgenland ansässigen Büchsenmacher oder Waffenhändler und Sie erhalten eine kostenlose Sichtinspektion und Auskunft über die Tauglichkeit der Flinte auf Stahlschrot. Ihr Büchsenmacher/ Waffenhändler berät Sie gerne.

Franz FILZ
Landesschießreferent

Burgenländischer Landesjagdverband, Bahnstraße 43/2/8, A-7000 Eisenstadt
Telefon: 02682/66 878, Fax: 02682/66 878-15, E-Mail:info@bljv.at
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