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Blauzungenkrankheit (Bluetongue) auf dem Weg durch Europa

Zufolge des Auftretens der „Blauzungenkrankheit“ in Schaf- und Rinderbeständen im August 2006 in Nordeuropa, Niederlande, Belgien, Deutschland und Frankreich, nachstehend einige Hinweise über die Gefahr der Erkrankung für unser heimisches Wild:

Bereits 1905 wurde die Seuche erstmalig in Südafrika beschrieben; in den folgenden Jahrzehnten in ganz Afrika, Asien, im nahen Osten sowie in Australien, Nord- und Mittelamerika. Ebenso liegen auch Berichte aus verschiedenen Südeuropäischen Ländern vor.

Die Gefährdung in unserem Gebiet entsteht einerseits durch die Klimaerwärmung und andererseits als Folge von internationalen Tiertransporten. Unsere Wildwiederkäuer werden durch die steigende Anzahl von Betrieben mit extensiver Viehwirtschaft (z.B. Mutterkuhhaltung, Almwirtschaft) mit Krankheiten unserer Haustiere konfrontiert.

Erreger
Bei der „Blauzungenkrankheit“ handelt es sich um eine nicht ansteckende, durch Insekten übertragene Viruserkrankung der Schafe, Rinder, Ziegen und Wildwiederkäuer. Die Krankheit kann nicht von Tier zu Tier übertragen werden, die Überträger sind ausschließlich Stechmücken; Zecken spielen dabei keine große Rolle.

Krankheitserscheinungen
Die innere Körpertemperatur steigt für 48 bis 72 Stunden auf über 41 °C an. Das Virus vermehrt sich hauptsächlich in den Blutgefäßen. Die Schädigung von Blut- und Lymphgefäßen führt zu Wasseransammlungen (Ödemen) und zu schweren Durchblutungsstörungen, vor allem im Bereich des Hauptes und der Decke. Eine Minderdurchblutung des Leckers führt in der Folge zur Blauverfärbung, daher der Name „Blauzungenkrankheit“. Schwellungen des Leckers verursachen verstärkes Speicheln sowie Schaum vor dem Äser. Es können mittel bis hochgradige Bewegungsstörungen aufgrund von Entzündungen an den Schalen beobachtet werden.

Die Tierseuche ist nicht auf den Menschen übertragbar. Wildbret infizierter Tiere, die klinisch gesund sind, kann bedenkenlos verzehrt werden.

Gefahr für das Burgenland
Da das Burgenland nicht unmittelbar an Deutschland grenzt, kann es als begünstigt betrachtet werden. Die Gefahr für unser burgenländisches Wild ist an den Stechmücken zu sehen, da das Burgenland keine Höhenlagen und keine niedrigen Temperaturen hat sondern Feucht- und Sumpfgebiete, also den idealen Lebensraum für Stechmücken. Ab einer Seehöhe von 1.500 Metern sind kaum Stechmücken zu finden; das Virus in der Mücke stirbt bei einer Temperatur unter 15 °C ab.

Todesfälle beim Wild
In Deutschland wurden in den letzten Monaten vermehrt Todesfälle beim Wild beobachtet. Konkret wurden bis Oktober letzten Jahres 17 gesichtete Fälle der Krankheit bei Wildwiederkäuern gemeldet.

Die „Blauzungenkrankheit“ ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.

Freilebendes Wild ist jedoch von dieser Regelung ausgenommen.

BJM-Stv. Dr. Charlotte KLEMENT
Veterinärreferentin des BLJV

Burgenländischer Landesjagdverband, Bahnstraße 43/2/8, A-7000 Eisenstadt
Telefon: 02682/66 878, Fax: 02682/66 878-15, E-Mail:info@bljv.at
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