Augenkrankheiten des Jagdhundes
Erbliche Augendefekte sowie die Aufstellung von Bekämpfungsrichtlinien aus zuchthygienischer Sicht erfordern immer häufiger bereits im Welpenalter eine sorgfältige Augenuntersuchung. Nur so ist es möglich, die angeborenen Augenveränderungen frühzeitig zu erkennen. Ebenso wichtig ist eine routinemäßige Augenuntersuchung z. B. im Rahmen der jährlichen Schutzimpfung. Bestehende Veränderungen können dabei überwacht werden und später auftretende Krankheiten werden rechtzeitig festgestellt.
Worauf beim Kauf eines Welpen oder Übernahme eines Jagdhundes geachtet werden sollte:
1. Lageveränderungen des Augapfels
Das Auge ruht in einer knöchernen Augenhöhle und hat beim Hund ähnlich dem Auge des Menschen Kugelgestalt.
Lageveränderungen des Augapfels in der Augenhöhle treten klinisch in drei Formen in Erscheinung:
2. Krankheiten der Augenlider und ihrer Umgebung
Beim Hund trägt die Außenkante des Oberlids zwei bis vier Reihen modifizierte Lidhaare. Der Rand des Unterlides ist haarlos. Viele Erkrankungen der Lider sind angeborene oder erbliche Anomalien, die zum Teil durch unzweckmäßige züchterische Maßnahmen hervorgerufen und letztlich zum Rassestandard erklärt wurden.
Entwicklungsstörungen sowie primäre Erkrankungen sind:
Diese Erkrankungen ziehen Stellungsanomalien, wie das Einrollen (Entropium) und Ausrollen (Ektropium) der Augenlider, nach sich. Der Hund zeigt Blinzeln, Tränenfluss, Augenausfluss, Reiben sowie deutliche Lidschwellung. Erworbene Lidrandveränderungen betreffen:
3. Krankheiten der Bindehaut (Konjunktiva)
Die Bindehaut ist die Schleimhaut der Lidrückseite. Sie ermöglicht das reibungslose gleiten der Lider über der Hornhaut und die Bewegungen des Augapfels unter den Lidern. Diese Bindehaut ist als die am meisten exponierte Schleimhaut des Körpers mit einem hochentwickeltem Abwehrsystem ausgestattet. Entzündliche Veränderungen der Bindehaut (Follikelkatarrh) gehören zu den häufigsten Augenaffektionen. Bei einer Bindehautentzündung müssen alle Augenkrankheiten sowie Liderkrankungen differentialdiagnostisch beachtet werden.
4. Krankheiten des dritten Augenlides (Nickhaut)
Von der Nickhaut ist am gesunden Auge beim Hund nur der freie Rand sichtbar. Sie besteht aus einer durch Knorpeleinlage stabilisierten Bindehautfalte, in der sich eine Tränendrüse befindet. Die Nickhaut ist ein wichtiger Schutzmechanismus und sollte nur bei bösartigen Tumoren entfernt werden.
5. Krankheiten des Tränenapparates
Der Tränenapparat besteht aus der Tränendrüse und dem ableitenden Kanalsystem. Die Tränenpünktchen im Augenwinkel sind der Beginn von Tränenkanälchen, die sich in einem Tränensack vereinen. Dieser setzt sich in einem Tränennasenkanal fort und endet an der Nasenöffnung.
Vermehrter Tränen- und Augenausfluss tritt auf bei:
6. Krankheiten der Hornhaut
Die Hornhaut formt den durchsichtigen vorderen Teil der äußeren Augenhaut. Die Transparenz der Hornhaut beruht auf ihrer Gefäßfreiheit.
Die intakte Hornhaut ist glatt, glänzend, eben und durchsichtig. Hornhauterkrankungen jeglichen Ursprungs gehen mit dem Verlust von einer dieser Eigenschaften einher. Die häufig auftretenden Veränderungen (Ödematisierung, vermehrte Gefäßinjektion, Narbenbildung) werden als Hornhautentzündung (Keratitis) bezeichnet.
Aus therapeutischer Sicht ist stets darauf zu achten, dass Ursachen von Hornhautirritationen raschest beseitigt werden.
Transplantationen sind aufgrund der außergewöhnlichen Reparationsfähigkeit der Hundehornhaut sehr selten.
Die Untersuchung der vorderen Augenkammer, der Linse und des Augenhintergrundes ist nur mit speziellen Untersuchungsinstrumenten und Techniken möglich.
Der kleine Augenuntersuchungsgang: