Übergewicht des Jagdhundes
Sie haben zu wenig Zeit für die Jagd und in der Folge zu wenig Zeit für Ihren Jagdhund? Ihr Jagdhund ist unterbeschäftigt, macht zu wenig Bewegung und leidet daher an Übergewicht?
Übergewicht ist die häufigste ernährungsbedingte Erkrankung beim Hund; sie betrifft ca. 30 % aller Hunde.
Wann ist Ihr Hund übergewichtig?
Übergewicht ist eine Überschreitung des Normalgewichtes von mehr als 15
%, sind es mehr als 30 %, spricht man von Fettleibigkeit. Die Beurteilung
des Ernährungs zustandes Ihres Jagdhundes
Idealgewicht
-Der Hund ist gut proportioniert,
-auf dem Brustkorb ist eine dünne Fettschicht - Rippen und Rückenwirbel
sind nicht sichtbar, aber gut fühlbar.
Übergewicht
- Rippen und Rückenwirbel sind nur schwer zu ertasten – die Taille ist
schwer erkennbar – auf dem Brustkorb und am Rücken ist eine Fettgewebsschicht
fühlbar.
Fettleibigkeit
-Rippen und Wirbelsäule sind unter einer dicken Fettschicht kaum zu ertasten
– am Brustkorb und auf den Rückenwirbeln ist eine deutliche Fettschicht
vorhanden – die Taille ist nicht mehr erkennbar.
Wann entsteht Übergewicht?
Ihr Hund wird übergewichtig, wenn er über einen längeren Zeitraum mehr
Energie mit der Nahrung aufnimmt, als er verbraucht. Es ist falsch anzunehmen,
dass Hunde nur so viel fressen, wie sie brauchen um ihren Energiebedarf
zu decken. Ist Übergewicht einmal entstanden, lässt sich die Stoffwechselsituation
nicht ohne weiteres wieder umkehren. Behandlung von Übergewicht Die Reduktion
der Energiezufuhr ist der richtige Weg. Die Kalorienzufuhr muss auf 60
% des Bedarfs Ihres Hundes reduziert werden. Allerdings ist zu beachten,
dass die Entwicklung von Übergewicht in eine stationäre Phase eintritt.
Ihr dicker Jagdhund hat einen minimalen Energiebedarf für Thermoregulation.
Er ist durch die dicke Schicht an Unterhautfettgewebe nahezu perfekt isoliert.
Dazu kommt, dass er sich aufgrund seines Gewichtes sehr wenig bewegt.
Der Energiebedarf durch körperliche Aktivität lässt sich auch nicht so
stark steigern, wie angenommen wird. Zwei Stunden Spazierengehen erhöhen
den Tagesenergiebedarf um nur 5 %. Nach anfänglichem Erfolg der Diät kommt
die Gewichtsreduktion scheinbar zum Stillstand. Es ist wichtig, die Diät
auch während solcher Durststrecken konsequent weiterzuführen. Zusätzlich
sollte der Jäger lernen, dass es außer der Verabreichung von „Leckerlis“
auch noch andere Formen der Interaktion mit seinem Hund gibt. Drastische
Maßnahmen oder Nulldiät sollten vermieden werden. Bei einer Kürzung der
Ration um 50 % muss beachtet werden, dass Ihr Jagdhund langfristig nicht
mit den lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt wird. Sicherer ist die
Verwendung von kommerziellen Reduktionsdiäten, bei denen Zuschläge von
Vitaminen und Mineralstoffen eine ausreichende Versorgung gewährleisten.
Art des Futters und Futtermengen sollten vor Beginn einer Diät mit dem
betreuenden Tierarzt besprochen werden.
Bezirksjägermeister-Stv.
Dr. Charlotte KLEMENT
Veterinärreferentin des BLJV