In der letzten Ausgabe des Info-Blattes wurde über „Übergewicht beim Jagdhund“ berichtet. Eine der vielen Folgen von Übergewicht ist Diabetes.
Was heißt zuckerkrank? Bei zuckerkranken Hunden produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin. Daher kann der Blutzucker, der bei der Verdauung entsteht, von den Körperzellen nicht als Energiespeicher genützt werden. Die Zellen können den Zucker nicht aus dem Blut aufnehmen.
Zuckerkrankheit bedeutet also: kein Zucker in den Zellen, sehr viel Zucker im Blut! Die Nieren müssen dabei sehr viel Harn produzieren, damit der im Blut angehäufte Zucker ausgeschieden werden kann.
Faktoren, die die Entstehung von Diabetes begünstigen:
Wie erkenne ich, dass mein
Hund zuckerkrank ist?
Obwohl Sie Ihren Hund sehr viel Futter
anbieten und Ihr Hund auch sehr
viel frisst, nimmt er ab. Sein Fell wird
immer glanzloser, er nimmt große
Mengen an Flüssigkeit auf, uriniert
sehr viel und immer öfter auch in der
Wohnung.
Es kann auch ein plötzlicher Verlust
des Sehvermögens auftreten. Ebenso
eine hochgradige Störung des Allgemeinbefindens
aufgrund der Stoffwechselentgleisung.
Was tun bei Zuckerkrankheit? Bei Auftreten der oben erwähnten Symptome lassen Sie von Ihrem Tierarzt eine Harn- und Blutuntersuchung durchführen. Die Harnuntersuchung mit Teststreifen ist zwar einfach, aber für eine Diagnosestellung nicht ausreichend. Zucker im Harn kann auch mit anderen Krankheiten wie z.B. Nierenerkrankungen auftreten. Daher ist es wichtig, beim nüchternen Hund eine Blutabnahme durchzuführen.
Wie gehe ich mit meinem zuckerkranken Hund um? Da es bei Diabetes mellitus keine Heilung gibt, muss eine lebenslange Behandlung mit regelmäßigen Blutzuckerkontrollen erfolgen. Da beim Hund Tabletten unwirksam sind, muss das Insulin vom Tierbesitzer als Injektion verabreicht werden. Das neue Insulinpräparat für Hunde heißt Caninsulin und wird vom Schweineinsulin gewonnen. Bisher gab es nur Präparate aus der Humanmedizin. Die Injektion wird unter die Haut verabreicht und zwar nach der Nahrungsaufnahme. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt die Injektionstechnik zeigen.
Wie füttere ich meinen zuckerkranken
Hund?
Am besten zweimal täglich
ohne jede Zwischenmahlzeit.
Bereiten Sie das Futter
selbst zu, sollte neben Kohlehydraten
und Gemüse ein
hoher Fleischanteil dabei
sein. Beachten Sie bitte: Reis
bewirkt einen sehr hohen
Blutzuckerspiegel.
Wenn Sie Ihrem Hund lieber
Fertigfutter anbieten, so gibt
es dafür im Handel verschiedene
Diätfutter für zuckerkranke
Hunde.
Rechtzeitig und richtig behandelt
sowie richtig gefüttert,
ist auch Ihr zuckerkranker
Jagdhund ein wertvoller
Jagdbegleiter!
Bezirksjägermeister-Stv. Dr. Charlotte KLEMENT