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„Woche der Jagd“ Nachmittagsveranstaltung „Hunde – Freunde, Helfer, Wegbegleiter“
am Sonntag, 3. Oktober 2010, ab 14:00 Uhr in der „Werkstatt Natur“ in Marz ...mehr

Vergiftungserscheinungen beim Hund

Es gibt zahlreiche Definitionen des Begriffes „Gift“, die einfachste ist „zu viel“; allein die Dosis macht, dass ein Gift kein Gift ist. Viele chemische Substanzen sind essentielle Bestand teile der lebenden Materie und müssen laufend mit der Nahrung aufgenommen werden. Das Fehlen solcher Stoffe führt ebenso zu Krankheiten wie die Überdosis.

Vergiftungsmöglichkeiten

Für Hunde bestehen Möglichkeiten für die Aufnahme von Substanzen in giftig wirkender Menge mit den folgenden Giftquellen:

  • Pflanzen: Pflanzen bilden Substanzen, die auf Tiere giftig wirken können, wenn sie verzehrt werden. Vergiftungen durch industrielle Immissionen; giftige Substanzen in Abwässern können bei Hunden zu Vergiftungen führen.
  • Alle wirksamen Arzneimittel: Die Wirkung dieser Stoffe ist abhängig von der applizierten Dosis. Die Verabreichung von Arzneimitteln setzt genaue Kenntnis des Körpergewichtes sowie des jeweiligen Zustandes des Tieres (Trächtigkeit, Säugeperiode, Stresssituation) voraus. Überdosierungen führen zu Vergiftungen mit charakteristischem Erscheinungsbild.
  • Pestizide: Die hoch toxischen Schädlingsbekämpfungs - mittel, wie organische Phosphorsäureester, sind nur wenige Tage am Ort der Anwendung vorhanden. Sie führen daher meist zu akuten Vergiftungserscheinungen.
  • Das Futter für den Hund: Das beste Futter kann durch längere und falsche Lagerung giftige Stoffe entwickeln. Verschiedene Schimmelpilzarten können durch ihre Bildung von Mykotoxinen zum Verderb des Futters führen.
  • Haushaltsmittel: Hunde können durch viele Haushaltsmittel, in größeren Mengen aufgenommen, vergiftet werden.

Eine Einteilung nach medizinisch-klinischen Gesichtspunkten berücksichtigt die Wirkungen der Gifte auf den Organismus. Sie wirken entweder direkt auf der Haut oder haben ein bestimmtes Zielorgan.

Das Ausmaß der Giftwirkung wird beeinflusst durch:

  • Tierart: Jede Tierart reagiert auf Gifte in ihrer eigenen Weise. Dabei ist anzumerken, dass der Hund weniger empfindlich reagiert als Pferd, Rind, Schaf und Schwein.
  • Alter: Neugeborene und Jungtiere sind gegenüber den meisten Giften empfindlicher als Erwachsene. Mit dem Alter nimmt die Widerstandsfähigkeit gegen Gifte zu. Erst im Alter sinkt die Widerstandsfähigkeit wieder.
  • Geschlecht: Die geschlechtsspezifischen Unterschiede hängen mit der Wirkung der männlichen Sexualhormone zusammen. Die Kastration der Männchen lässt diese ebenso empfindlich werden wie die Weibchen.
  • Jeweiliger Zustand des Tieres: Hierunter ist die allgemeine körperliche Kondition wie auch der Leistungszustand zu verstehen. Bei Tieren mit schlechter Kondition ist Entgiftungsfähigkeit der Leber und die Ausscheidungsfähigkeit der Niere eingeschränkt.

Diagnose der Vergiftung

  • Klinische Krankheitserscheinungen: Störungen des Allgemeinbefindens, starkes Speicheln, Verfärbung der Schleimhäute, Schwellungen im Fang, weite Pupillen, Krämpfe, Zittern, Erbrechen, Durchfall.
  • Giftnachweis: Die chemische Analyse wird in speziellen Instituten durchgeführt. Für die chemische Analyse eignen sich als Untersuchungsobjekte das Erbrochene, Darminhalt sowie Blut und Harn. Bei toten Tieren kann der Giftnachweis auch in den Organen Leber und Niere durchgeführt werden. Es ist jedoch wichtig, das Labor auf Grund der Symptome und des Vorberichtes auf die Art des Giftes hinzuweisen.
BJM-Stv. Dr. Charlotte KLEMENT
Veterinärreferentin des BLJV

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