Heiteres von Herta SCHREINER, burgenländische Mundartdichterin
Der Moder
Der Ferdinand geht in der Friah za sein Auto und foungt zan schimpfa
ou: „Schou wieder olls vula Treppler! Hund olendiger! Woart, woun i
di dawisch …“
Mit Hund moant er owa nit an Hund, sondern den Moder, der wos eahm in
sein Auto Dichtungen und Kabeln durchbeißt. Dabei steht danebm a Käfigfolln
mit an Oa drin, owa glaubst der Kerl gangat durt ei?
In Ferdinand sei Bui is mit da Schultoschn ins Auto eigstiegn und hout
in Voter schimpfa gheat. Dies muiß a schrecklichs Viech sei, der Moder,
er hout nou koan lewendichn gsegn.
Owa bold hout-a oan zan segn kriagt:
Es is oaner in Käfig ei gounga. A großer schener a nou! Der is hin und
her grent wia wini, und gschrian hout-a wie am Spieß. Der Bui is alloa
dahoam gwein und hout nit gwißt wos-a toa sul.
Der wird an Hunger hobm, hout-a si denkt, und hout eahm Nuss, Äpfeln
und an Speck eigschmissen. Nocha hout-a eahm Soletti durch’s Gitter
gsteckt, und der Moder hout olls zsoumknabbert. Af d’letzt hout-a eahm
gua nou an Schuglat gebm, dei dünnen Schokostangerl. Und dei hobm eahm
am besten gschmeckt.
Der Voter is hoam kema, hout a Wal zuigschaut und hout’s nit zsoumbroucht,
dassa deis Viech umbroucht hät. Nou a poa Schokostangerl zan Obschied,
nocha houta- ’n frei loussn.
Der Moder is nou oamul kema, owa nit zan Auto. Die Treppler san ba der
Folln gwein. Owa er hout nit ei kina, und koa Schuglat is a nit drin
gwein. Dou is-a furtgounga und is nimmer kema.
„Siagstis Voter“, hout der Bui gsogt, „wal-a koan Schuglat mehr kriagt pfeift-a af deine Autokabeln a!“
Die Rebheahnljogd
In Wirtshaus sitzt a Stoummtischrunde banound, und der Simerl kimt dazui. Dou hout’s glei a Hetz gebm af den seine Kosten: „Simerl geh her, trink mit a Glaserl,“ sogt der Michl, „owa heint derfst nit die gounze Nocht lumpen, sist siagst morgn ba der Jogd wieder olls douppelt. Woun oa Rebheahnl daher kimt siagst du zwoa.“ „Des mocht nix“, sogt der Simerl, „dou schuiß i in der Mitten durch, nocha dawisch i oans va dei zwoa.“ „Geh hea auf“, sogt der Michl, „wiast sölm mit dein Jogdkollegen draußt gwein bist, dou hout der oa Rehheahnl gschossen, und ’s zweite hout dei Hund dawischt.“
„Jo, wal i wos vergessen hob“, sogt der Simerl. „I hob kou Sträußl am Huit ghobt. Und ohne Oachablatln am Huit trif i nix. Zwoa kloani Heahnln, a jeder hout oans trogn. Owa mei Freind hout an Jux draus gmocht: Er hout sei Handy außa und hout wen ougruafa: Derjenige sul ins ohuln kema mit’n Traktor und Ouhänger, hout-a gsogt, wal ma sou vül Beute nit datrogn kina, hout-a gsogt.
Der is wirkli glei z’fohn kema mit Vullgas, und nocha homa za zweit dei zwou Weidmannsheil aufglont.“ Dou sogt der Michl: „Und i Depp hob s’ hoamgfiahrt. Owa za-r an Fuhrlohn fir an iwalontn Ouhänger.“
Af der Pirsch
Der Simerl is af die Pirsch gounga. Er hout an Rehbock dablickt, hout’n owa glei wieder aus d’Augn verlon. Er hout af Geräusche gloust.
A Raschln und Knaxn hout-a bemirkt, in Richtung Aussiedlerhouf. Er hout si duckt und loungsoum zuwi pirscht. Dou, a Gweih, des muiß der Rehbock sei. A Schuss und a zweiter Schuss, nocha is-a die Beute suiha gounga. Er hout owa sist nix gfunden ols an brouchana Blumenscherm. Koa Mensch ist durt gwein und a koa Rehbock. Ba der nächsten Gaudi in Wirtshaus hobm’s in Simerl wieder aufzogn. „Stimmt des, dass du ba der letzten Jogd dei Gwehr dahoam vergessen houst“, hobm s’n gfrougt. „I, olliwal i“, tuit der Simerl beleidigt. „Wos tat i denn ba der Jogd ohne Gwehr?“
Nocha is a nou der Aussiedler-Bauer daher kema. Der hout dazöhlt, dass sie draußt in Revier a Verruckter mit an Gwehr umtreibt. Wal derjenige hout unlängst in sein Gartl an schen, großen Kaktus daschoussn. „Und va d’ Jäger is oaner blind oder wos“, sogt-a, „wal ba der letzten Jogd muiß oaner mein Kombi fir an Hirsch gholtn hobm. Des Auto kinnt’s eng ouschau“ sogt-a, „des hout fünf Einschusslöcher. Simerl, siagst du nou guit?“
« Owajo », sogt der Simerl. „I siach sou guit wia-r-a
Falkl. Und I koun af dei Auto nit gschoussn hobm, wal ba der letzten Jogd
hob i mei Gwehr dahoam vergessen.“
Der Dachs
Der Houns und der Frounz hobm an Dochs founga wölln, der wos af eahnan
Ocker olliwal an Schodn ougricht hout. Sei hobm a Folln aufgstöllt und
oumal is der Dochs soumt der Folln in sein Bau verschwundn.
Dou san dei zwoa Männer vor den Erdloch gstoundn und hobm iwalegt: "Schau
her Frounz", hout der Houns gsogt, "dou schaut's Eisen außa, gleng ei
und zah fest ou!" "I, wiasou i," hout der Frounz gsogt, "gleng du ei!"
"Najo, wounnst di nit traust tui's holt i", sogt der Houns und glengt
vorsichti ins Loch ei. Glei san eahm die Vorderhaxn mit schoarfe Krallen
und a trum Schnautzn entgegn gfohn. Der Houns ist zruck grult. "Geh Frounz,
moch des du", hout-a gsogt, "wal du houst längere Händ. Woun dir der Dochs
a Stickl obeißt san's ollwü nou loung gmui."
Nocha is's holt der Froumz ougounga und der Houns hout danebm ougschofft: "Firchtn derfst di nit", hout-a gsogt, "du muißt den Dochs fest in d' Augn schau." "Deis ist leicht gsogt", moant der Frounz, "i siah jo koane Augn, in den Loch is's stockfinster." Dou hult eahm der Houns a Toschnloumpm van Auto. "Dou houst", sogt-a, "und hiatz zah endlich des Eisen außa!"
Der Frounz leicht in des Loch ei, dou mocht der Dochs an nutzen Burrer.
Der Frounz foungt zan zittern und klobbern ou. "Schluss aus", sogt-a,
" es geht nit, dou schau her, deis Viech hout ma's Liacht ausbloust."
Die Hosn af der Grenz
Der Simerl is koa richtiger Jäger gwein,
nirglei a sou-a Adabei.
Oamul hout-a si a Gwehr umghängt, is owa nit weider kema ols bis
zan Wirtshaus.
Er hout owa trotzdem an schen Hosn hoam broucht.
Sei Frau hout glei a Preistaferl gsuicht, wal sie hout gwißt wos
ollas vorkimt.
Dou siacht’s a Pickerl mit an Datum drauf. „Simerl, dou schau
her“, hout’s gsogt. “Dou steht a Datum, der 21. September.
Der is jo iwamorgn.
Des is a Oblaufdatum! Jessas, du houst den Hosn um zwoa Tog z’friah
daschossn.“
„Des hob i nit gsegn“, sogt der Mou. „Glaubst af zehn
Meter Entfernung hät i des lesen kina? Und iwahaupt – seit
dera Ostererweiterung wechseln jo ungarische Hosn uma.
Des wird eppa sou ouner sei“.
„Eijo, houst recht“, sogt die Frau, dou is nou a Pickerl:
6.999,-- Forint. Na Servas!
Dahoum gebm si’s büllicher. Is da kou österreichischer
Hos interkema?“
„Eijo“, sogt der Simerl, „owa der is ma z’olt
gwein. Der woa nou in Schülling ougschriebm“.