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Wirtschaftsfaktor Jagd

Unabhängig von der Diskussion, ob die Jagd nun Lebenseinstellung, Beruf, Berufung, Leidenschaft, Hobby, Sport oder Passion ist - ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor ist sie zweifellos. Die Gesamtsumme aller Gelder, die im jagdlichen Rahmen jährlich bewegt werden, umfasst in ganz Österreich den respektablen Betrag von EUR 474,97 Millionen.

Diese Summe schlüsselt sich wie folgt auf:

  • Den größten Anteil an dieser Summe machen mit etwa EUR 198,25 Millionen die Löhne und Gehälter der zahllosen Beschäftigten im Jagdwesen sowie der Berufsjäger und der Jagdaufsichtsorgane aus.
  • Ebenfalls eine sehr beachtliche Summe stellen die jährlichen Jagdpachtbeträge und die Abschussgebühren dar. Zusammen sind dies allein EUR 53,96 Millionen. Diese Beträge sind insofern von besonderer Bedeutung, da sie zu einem hohen Anteil den Landwirten und Grundeigentümern verbleiben und für sie in schwierigen Zeiten ein wichtiges - weil vorhersehbares - Einkommen bilden.
  • Österreichs Jäger liefern jährlich Wildbret im Wert von ungefähr EUR 28,78 Millionen. Und die Nachfrage nach dem Qualitätsprodukt Wildbret ist ungebrochen. Gerade in Zeiten des Misstrauens in Fleisch und Fleischprodukten explodierte europaweit der Bedarf an Wildfleisch. Offensichtlich ist Wildfleisch ein Produkt, von dessen naturnaher Herkunft und auch ethisch-einwandfreier Beschaffung die Konsumenten wirklich überzeugt sind.
  • Genau bekannt ist auch die Summe aller Angaben, Gebühren und Versicherungsprämien, die jährlich im
  • Zuge der Jagd entstehen bzw. abgeführt werden: EUR 25,98 Millionen. In diesen Topf fallen auch die Forschungsförderung durch die Jägerschaft sowie wichtige Projekte, die Jagdgesellschaften verwirklichen.

Über die tatsächlichen Kosten für Jagdbetrieb, Weiterbildung, Jagdwaffen und Munition, Optik, Bekleidung und Brauchtum gibt es keine detaillierten Aufzeichnungen. Sie hängen auch sehr stark von den Möglichkeiten des einzelnen Jägers und den Notwendigkeiten des jeweiligen Reviers ab. Die Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände ist aber aufgrund der engen Kontakte der einzelnen Jagdverbände zu den jeweiligen Mitgliedern und der daraus resultierenden Fülle von Erfahrungswerten in der Lage, präzise Schätzungen zu den einzelnen Punkten abzugeben.

Vorweg: Insgesamt werden für diesen Bereich EUR 168 Millionen zum Ansatz gebracht.
  • Die Kosten des Jagdbetriebes - dazu zählen in erster Linie die Wildfütterung, aber auch die Auspflanzung von Wildäckern samt dem dazugehörigen Maschineneinsatz sowie die Erhaltungskosten - machen in der Regel etwa 100 % des Pachtbetrages einer Jagd aus. Österreichweit beläuft sich diese Summe demnach auf etwa EUR 48 Millionen.
  • Die Kosten für die jeweilige Ausund Weiterbildung lassen sich sehr genau abschätzen: Kurse und Seminare werden zu einem wesentlichen Prozentsatz von den Landesjagdverbänden selbst veranstaltet, auch Fachliteratur, Videos und Lehrmittel werden teilweise über die Verbände vertrieben. Dazu kommen noch Standgebühren und Übungsmunition für individuelles Schießtraining auf den Schießplätzen. Pro Jahr und Jäger kommen auf diese Weise an die EUR 160,- zustande, zusammen etwa EUR 16 Millionen.
  • Kaum ein Jäger kauft jährlich ein neues Gewehr. Doch geht man auch nur davon aus, dass jeder Jäger pro Jahr EUR 400,- an Munition und anteiligen Kosten für seine Jagdwaffen aufbringt, so beträgt dies bei österreichweit rund 100.000 Jägern bereits EUR 40 Millionen.
  • Ein Jäger benötigt verschiedene optische Hilfen: mindestens ein Fernglas und ein Zielfernrohr, oft jedoch Vergrößerungen und dazu auch noch ein Spektiv. Die extremen Anforderungen der Jägerschaft vor allem im Schwachlichtbereich oder in der Nacht - vor allem bei der Wildschweinjagd - lassen einen jährlichen Anteilswert von EUR 160,- pro Jäger als nicht zu hoch gegriffen erscheinen. Summe: EUR 16 Millionen.
  • Jagdbekleidung muss den Jäger nicht nur vor extremer Kälte, Nässe und Schmutz schützen, sondern sollte auch noch möglichst reißfest und selbstverständlich aus geräuscharmen Materialien hergestellt sein. Dennoch nutzt sie sich verhältnismäßig stark ab. Jeder Jäger investiert nach Schätzung der Zentralstelle pro Jahr etwa EUR 400,- in seine jagdliche Bekleidung, was insgesamt etwa EUR 40 Millionen ergibt.
  • Die Ausgaben unter der Rubrik Brauchtum entfallen zu einem wesentlichen Prozentsatz auf die Trophäenbehandlung. Präparierte Geweihe und Gehörne, Keilerwaffen, Felle, Bälge und Decken oder auch Ganzpräparate schlagen sich in der Börse jedes Jägers zu Buche. Dazu kommen noch Ausgaben für - oftmals historische - Kunst und Kultur aus dem jagdlichen Bereich. Pro Jäger werden etwa EUR 80,- im Jahr angenommen, insgesamt dann EUR 8 Millionen.
Dr. Peter LEBERSORGER
Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände

Burgenländischer Landesjagdverband, Bahnstraße 43/2/8, A-7000 Eisenstadt
Telefon: 02682/66 878, Fax: 02682/66 878-15, E-Mail:info@bljv.at
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