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„Woche der Jagd“ Nachmittagsveranstaltung „Hunde – Freunde, Helfer, Wegbegleiter“
am Sonntag, 3. Oktober 2010, ab 14:00 Uhr in der „Werkstatt Natur“ in Marz ...mehr
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Jäger feierten Erntedank

Am 20. Oktober 2007 versammelte sich die burgenländische Jägerschaft in Pinkafeld zu ihrer diesjährigen bereits zur Tradition gewordenen Landeshubertusfeier.

Dieses Fest bietet den Jägern für die Ernte des Jahres sowie für all das in der freien Natur Erlebte im Rahmen einer Hubertusmesse zu danken. Dieser Tag dient aber auch dafür, das vergangene Jahr in Gedanken vorüberziehen zu lassen und Bilanz zu ziehen.

Am späten Nachmittag lud am Josefsplatz vor der katholischen Stadtpfarrkirche Pinkafeld die Jagdhornbläsergruppe Buchschachen unter ihrem Hornmeister Kurt Ruiter zum Mitfeiern ein. Mit ihren musikalischen Darbietung gelang es ihnen die zahlreich vertretene Jägerschaft sowie die nichtjagenden Gäste auf das Fest einzustimmen.

Um 17.00 Uhr zelebrierte Pfarrer Günther Maria Schweifer die Hubertusmesse, bei der er eine beeindruckende Predigt an die Gläubigen richtete. Musikalisch gestaltet wurde dieser Dankgottesdienst durch die Jagdhornbläsergruppe Jagdclub Südburgenland unter Hornmeister Rudolf Dragosits sowie durch Einlagen von Organist Dr. Bernd Halper auf der Orgel und des Gesangsvereins Pinkafeld unter Leitung von Hans Piff.

Im Anschluss an die Hubertusmesse bedankte sich Landesjägermeister DI Peter Prieler bei Pfarrer Schweifer für den eindrucksvoll gestalteten Gottesdienst und die ermunternden Worte an die Jägerschaft. Ebenso ging sein Dank an den Organisten, den Gesangsverein Pinkafeld sowie an die Jagdhornbläser für die musikalische Umrahmung dieser Besinnungsstunde. Er richtete aber auch einige Worte an die versammelten Festgäste und hob die Bedeutung des Erntedankes für die Jägerschaft hervor.

Den Festzug aus der Kirche führten Jungjäger an, die den gesegneten Gabenkorb mit Wildbret zum jagdlich geschmückten Erntedankwagen brachten. Den von Fackelträgern, Jagdhornbläsern, Reitern und Jagdhundeführern begleiteten Festzug zum Festplatz der Landesberufsschule Pinkafeld führte die Stadtkapelle Pinkafeld an.

Am Festplatz konnte Landesjägermeister DI Prieler rund 650 Gäste begrüßen, unter ihnen Landesrat DI Nikolaus Berlakovich, Landtagsabgeordneten und Bürgermeister von Pinkafeld Prof. Mag. Kurt Maczek, Landtagsabgeordnete Andrea Gottweis, den Jagdreferenten der Bezirkshauptmannschaft Oberwart ORR Mag. Horst Baumgartner, OBR DI Hans Herlicska von der Bezirksforstinspektion Burgenland Süd, Landespolizeikommandant Generalmajor Nikolaus Koch, Major Franz Rechberger, den Vizepräsidenten des "Grünen Kreuzes" Ing. Karl Mayerhofer, Präsident der Raiffeisenlandesbank DI Erwin Tinhof, Schuldirektor Rudolf Höfler, ELJM wHR DI Friedrich Prandl, sowie sämtliche Verbandsfunktionäre.

Nach Darbietungen von Jägerliedern durch Schüler aus Pinkafeld und den Begrüßungsansprachen von Landesrat DI Nikolaus Berlakovich und LAbg. Bürgermeister Kurt Maczek führte Landesjägermeister DI Prieler in seiner Ansprache aus:

"Im jagdlichen Brauchtum gehört die Ehrung des Wildes und das Danken für eine erfolgreiche Jagd seit altersher dazu. Erntedank verbindet die Worte Ernte und Dank. Wir dürfen Ernte halten in den Revieren, Ernte nach einem Jahr der sorgsamen Betreuung. Wir säen zwar nicht wie die Bauern, aber im Jahresablauf obliegt uns sehr wohl die Hege und Pflege. Und wie sich der Landwirt über eine reiche Ernte freut, so freuen wir uns, wenn unsere Bemühungen um das Wild und die Natur Früchte trägt. Wir setzen uns massiv für den Lebensraum des Wildes ein, um die Artenvielfalt in der Natur zu erhalten.
Bei der Jägermesse im Stephansdom in Wien hat der Probst des Stiftes Herzogenburg Prälat Mag. Maximilian Fürnsinn in seiner Predigt gesagt: "Wir vererben unseren Kindern nicht diese Welt, wir haben sie nur von der nächsten Generation geliehen". Genau dies hat die Jägerschaft im Grundsatz von der Nachhaltigkeit der Jagd niedergeschrieben.
Der Jägerschaft geht es nicht darum, in einem Jahr viel Strecke zu machen, wie die Ernte bei der Jagd genannt wird, nein es geht darum, Ernte zu halten in dem Maß, dass wir und unsere Kinder auch morgen noch jagen (Beute machen) können.
Wir jagen nicht zum Spaß - nein - wir jagen um wertvolles Wildbret, ein gesundes Nahrungsmittel, Ihnen und uns allen zur Verfügung stellen zu können.
Natürlich geben wir zu, dass wir Freude an der Jagd haben. Aber Freude an der Arbeit zu haben ist nichts Verwerfliches, oder?
Das Besondere an der Jagd ist, dass sie einzigartig ist. Jeder Ansitz, jede Pirsch und jeder Strich ist anders. Diese Einzigartigkeit in der Natur erleben zu dürfen, das macht die Faszination an der Jagd aus.
"Leider gehört die Jagd für viele unserer Zeitgenossen der Vergangenheit an, ist ein unnützes, ja fast zynisches Vergnügen in einer Zeit, wo virtuelle Aktivitäten die reale Welt seit langem überlagert haben". sagt Frau Veronique Mathieu aus Frankreich - Mitglied des Europäischen Parlaments - und führt weiter aus: "Und dennoch ist die europäische Jagd sehr real. Sie ist durch die Vielseitigkeit der einzelnen Länder der Union geprägt. Sie ist reich an Erfahrung der Männer und Frauen, die sie im Einklang mit der Natur und den ethischen Grundsätzen ausüben", so Frau Mathieu.
Ja, die Jagd ist real und zur Ausübung ist viel Wissen notwendig, das die Jägerinnen und Jäger in Aus- und Weiterbildung erworben haben.
Wir sind keine Sprücheklopfer, keine marktschreienden pseudo Naturschützer, nein wir bekennen uns zur nachhaltigen Nutzung der Natur. Und diese nachhaltige Nutzung schließt ein Ausnützen der Natur einfach aus. Was die Jagd ebenfalls besonders macht, ist, dass sie eine der wenigen Traditionen ist, die in vollem Umfang untrennbar mit der Hege und der Pflege naturnaher Lebensräume verbunden ist. Eine Hege, die seit langem ihre Früchte trägt, die zum Erhalt empfindlicher Biotope, wie zum Beispiel der Feuchtgebiete, geführt hat.
Diese Hege führt zum Erhalt eines vielseitigen Wildbestandes in unserer Natur, bei gleichzeitiger Entnahme des Zuwachses. Jäger, Landwirte, Wissenschaftler und vernünftige
Umweltschützer sind sich ihrer Verantwortung bewusst, die Pflanzen- und Tierwelt wie ein unschätzbar wertvolles Gut zu verwalten. Sie sind verpflichtet, dieses Gut, das sie von den früheren Generationen erhalten haben, den zukünftigen Generationen in einem noch besseren Zustand zu übergeben. Verwalten bedeutet nicht stehen bleiben und Schutz bedeutet nicht Unantastbarkeit.
Die Natur schützen heißt, nicht, sie unter einen Glassturz zu stellen oder sie ins Museum zu integrieren, dies heißt vielmehr, sie in ihrer Artenvielfalt zu erhalten, aber auch eine Entwicklung zuzulassen. Um dies zu verdeutlichen, möchte ich unsere Hege (Verwaltung der Natur) mit einem großen Obstbaum vergleichen, der unter optimalen Bedingungen reichlich Früchte trägt. Um diese optimalen Bedingungen herzustellen oder beizubehalten und um sicherzustellen, dass der Baum weiterhin Früchte trägt, müssen wir ihn vom Unkraut befreien, vor Schmarotzern schützen und ihn beschneiden. All dies muss von fachkundigen Personen erfolgen. Wer glaubt den Obstbaum zu schützen, indem man ihn aus Bequemlichkeit unter einen Glassturz stellt, der irrt. Dies geschieht aus Angst, dass jemand den Baum angreifen könnte, und versteht dabei nicht oder will gar nicht verstehen, dass unter diesen Bedingungen der Baum immer kleinere und in weiterer Folge gar keine Früchte tragen wird. Ich finde, dass für eine richtige Verwaltung - die Hege, wie wir dies nennen - das Wissen um die Zusammenhänge unabdingbar ist, denn Wissen ist die Grundlage für den Respekt und der Respekt vor der Natur ist die Grundlage für die Nachhaltigkeit und die Weidgerechtigkeit.
Deshalb wollen wir heute hier neben der gelegten Strecke einer erfolgreichen Jagd Dank sagen in dieser Hubertusfeier.
Ich möchte hier noch einen Gedanken zum Hl. Hubertus, dem Schutzpatron der Jäger und Namensgeber für dieses Fest, herausarbeiten. Hubertus, ein junger Herr aus edlem Hause, hatte nur ein Vergnügen, nämlich die Jagd. In der Legende heißt es: "Wald und Wild ließen sein Herz höher schlagen und er liebte seine Hunde und Pferde mehr als die Menschen". Nicht, dass ich meine, die Jagd sei etwas Schlechtes, ganz im Gegenteil. Aber dieser Hubertus wollte nur möglichst viel Wild erlegen, ohne Rücksicht auf die Menschen, seine Untertanen und die Natur. Und genau dieser Egoismus, dieses rücksichtslose Ich-bezogene-handeln, war der Auslöser, ihm ein Zeichen zu senden und ihn zur Umkehr zu bewegen."

 

Für die hervorragende Ausrichtung der Landeshubertusfeier 2007 dankte der Landesjägermeister abschließend den Verbandsfunktionären des Bezirkes Oberwart mit Bezirksjägermeister Ing. Klaus Gmeiner an der Spitze, vor allem aber seinem Stellvertreter Kurt Schuch als Organisator der Veranstaltung mit allen seinen Helfern, den beiden Jagdhornbläsergruppen Buchschachen und Jagdclub Südburgenland, der Stadtkapelle Pinkafeld, der Schülergruppe aus Pinkafeld, den Hundeführern und Reitern, sowie allen anderen Mitgestaltern bzw. ungenannten Helfern.

Ein herzlicher Weidmannsdank galt auch allen Festgästen, die dieses Erntedankfest mit ihrem Kommen aufgewertet und mitgefeiert haben.

Im Anschluss an den Festakt wurden die Gäste mit Wildbret aus den heimischen Revieren verwöhnt.

 

 

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