Möglichkeiten zur Lebensraumverbesserung durch das ÖPUL 2007
(Agrarumweltprogramm 2007-2013)
Zusammengestellt von DI Dr. Leopold Cecil (Niederwildreferent für das Burgenland) in Zusammenarbeit mit DI Wolf Reheis (Bgld. Landwirtschaftskammer).
Grundlage: Österreichisches Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum 2007-2013
1) WF Flächen
Diese Maßnahme ersetzt die aus den bisherigen ÖPUL-Programmen bekannten Maßnahmen: K5, K10 (= „Ökowertflächen“). Naturschutzfachlich wertvolle oder gewässerschutzfachlich bedeutsame Flächen sollen erhalten und entwickelt werden. Es wird zwischen Rot-, Gelb- und Blauflächen unterschieden, wobei der häufigste ausgewiesene Flächentyp die Rotflächen sind.
Ein Umstieg in höherwertige Maßnahmen ist letztmalig mit Herbstantrag 2009 möglich, also bis spätestens 15. November 2009 (Ende Beantragungsfrist). z. B.:
Je nach Projektgebiet werden unterschiedliche Maßnahmenpakete angeboten, die sich jedoch hinsichtlich Auflagen und Prämienhöhen nicht wesentlich von den bisherigen Maßnahmenpaketen unterscheiden. Nachfolgend eine Auswahl der am häufigsten beantragten Maßnahmenpakete samt Code, Auflagen und Prämienhöhe (Stand 2009):
WF-Flächen können, wenn sie bewirtschaftet werden (mähen, beweiden),
auch die entkoppelte Betriebsprämie auslösen, dadurch sind sie (vorausgesetzt
der Betrieb verfügt über ausreichend Zahlungsansprüche) wesentlich interessanter
als bisher. Sie sind auch, wenn sie gehäckselt werden, mit Brache- Zahlungsansprüchen
kombinierbar - in diesem Fall werden von der ÖPUL-Prämie aber EUR 300,–
(bei Ackerflächen) bzw. EUR 200, – (bei Grünlandflächen) einbehalten;
auf vielen Flächen ist diese Kombination aber immer noch die wirtschaftlichste
Form der Brache.
- K20 Flächen (= zwanzigjährige Stilllegung): laufen
auch im neuen ÖPUL bis zum jeweiligen Projektende ohne Prämienänderung
weiter.
2) Nützlings- und Blühstreifen
Jeder Landwirt, der am ÖPUL (UBAG) teilnimmt (alle, außer Bio-Betriebe), muss zumindest 2% als Nützlings- und Blühstreifen anlegen. Bestimmungen für Nützlings- und Blühstreifen sowie Biodiversitätsflächen auf Ackerflächen im Zusammenhang mit der Maßnahme UBAG:
3) Begrünung von Ackerflächen
Übersicht über mögliche Begrünungsvarianten:
4) Vorbeugender Boden und Gewässerschutz
Wir nur in bestimmten Gebieten angeboten um eine Nitratbelastung von
Gewässern zu verhindern.
Interessant jedoch ist die Maßnahme ,Untersaat bei Mais’,
die zum Zwecke des Erosionsschutzes ohne Gebietsbeschränkung angeboten
wird.
- flächige Untersaat mit Mischungen aus Gräsern und Leguminosen
- kein Umbruch im Jahr der Anlage
Voraussetzungen um die gegebenen Möglichkeiten zu nutzen:
Das ÖPUL 2007 bietet dem aktiven Jäger auch in den nächsten Jahren einige
Möglichkeiten den Lebensraum für seine Niederwildarten zu verbessern.
Diese Möglichkeiten werden von den Bewirtschaftern der landwirtschaftlichen
Flächen jedoch nicht automatisch umgesetzt – der Landwirt wird in der
Regel das günstigste Kosten-Nutzenverhältnis wählen. Um aus dem angebotenen
ÖPUL-Programm auch jagdliche Vorteile herauszuholen, muss sich der aktive
Niederwildheger mit dem Thema auseinandersetzen und die Möglichkeiten
kennen. Als wichtigste Voraussetzungen gelten eine gute Kommunikation
und ein gutes Einvernehmen mit den Grundeigentümern und Bewirtschaftern.
Des Weiteren wird es nötig sein, dass sich der aktive Jäger folgendermaßen einbringt: