von HRL Manfred Wernhart
Okuli - da kommen sie!
Lätare, Judika und Palmarum sind die Sonntage der Fastenzeit, in der in vielen Revieren des Burgenlandes die wohl geheimnisvollste Jagdform in der Dämmerung ausgeübt wird, der Schnepfenstrich. Sobald das Abendlied der Vögel verstummt, beginnt die Waldschnepfe oft „quorrend“ ihren Balzflug. Bereits Karl der Große, der um 795 v. Chr. die Ostmark in unserem Raum errichtete, schätzte diese Jagdart so hoch ein, dass sogar der Schnepfenbart und die Malerfederchen die Krone der Franken zierte.
Diese Jagdtradition hochhaltend, werden in vielen Jagdgesellschaften die erlegten Schnepfen gesammelt, gerupft, ausgenommen und für ein gemeinsames Schnepfenessen nach dem 16. April eingefroren.
Kalte Vorspeisen
Hier
eignet sich als kalte Vorspeise insbesondere der Schnepfendreck. Das Herz
und die Leber der Schnepfe werden mit viel Zwiebel in Öl geröstet, mit
Salz und Pfeffer, Majoran und etwas Kümmel gewürzt und mit so viel zerlassener
Butter mit dem Pürrierstab zerkleinert, bis eine spritz- oder streichfähige
Pastete entsteht. Aus einem gesalzenen Blätterteig werden kleine und große
Scheiben ausgestochen, gebacken und nach dem erkalten zu einer Nachbildung
einer Schnepfe mit dem Schnepfendreck angerichtet, wobei eine Feder des
Oberstoßes in den Schnepfendreck gesteckt wird. Als Beilage bereitet man
aus fein gehacktem Bärlauch einen Butteraufstrich, der auf die kleinen
Blätterteigscheiben gehäuft wird.
Eine
wesentlich raschere Zubereitung ist die Verwendung des Schnepfendrecks
als Fülle einer Palatschinke.
Noch ein kleiner Tipp:
Den Schnepfendreck immer erst kurz vor dem Servieren verarbeiten, da er
sehr rasch nachbräunt.